"Wie kann mein Mann nach dem Schlaganfall wieder schlucken lernen?"

"Für eine fachgerechte Behandlung einer Schluckstörung stehen wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung."

"Unser kleiner Sohn spricht immer noch nur einzelne Wörter, aber Kinder aus der Gruppe reden schon in kleinen Sätzen. Muss ich mir Sorgen machen?"

"Bereits für zweijährige Kinder existieren wissenschaftlich belegte Therapien, damit Spätsprecher (Late Talker) wichtige Entwicklungsmeilensteine für die Sprache erwerben."

"Nach einem ganzen Tag Unterricht in der Schule ist meine Stimme fast weg. Was kann ich dagegen tun?"

"Eine kompetente Therapie der Stimme verhilft zu größerer Belastbarkeit, sodass sie auch nach dem Unterricht sprechen können."

Logopädische Leistungen für Kinder

Ein Überblick zur Sprachentwicklung* von Kindern:

Bereits im Mutterleib kann ein ungeborenes Kind die Stimme der Mutter von anderen unterscheiden. In der frühen Sprachentwicklung richtet der Säugling, wenn die Hörfähigkeit unauffällig ist, seine Aufmerksamkeit auf die Sprache aus.

Hierfür nutzt es bestimmte Betonungsmuster (Prosodie) der Muttersprache, um aus dem Sprachschall früh einzelne Wörter herauszuhören (ca. 7-9 Monate). In dieser Zeit beginnt das Kind auch seine Sprechwerkzeuge besonders zu gebrauchen, die Lallphase erreicht hier einen wichtigen Höhepunkt. Schließlich produziert das Kind um das erste Lebensjahr herum sein erstes Wort. Ein wichtiger Entwicklungsschritt hierbei ist das Symbolverständnis. Das Kind verknüpft nun das „Wort“ mit einem realen Gegenstand und der entsprechenden Bedeutung – ein Ball, das ist ein rundes Ding zum Spielen.

Sprachentwicklung ab dem zweiten Lebensjahr

Mit ein bis zwei Wörtern pro Woche wächst das Vokabular zunächst langsam an, sodass mit 18-24 Monaten ca. 50 Wörter als produktiver Wortschatz zur Verfügung stehen. Dieser umfasst unterschiedliche Wortarten: da, meins, Mama, heiß, Nane (für Banane), essen.

Für die weitere Sprachentwicklung sind jedoch die Tätigkeitswörter (Verben) von grundlegender Bedeutung. Um den zweiten Geburtstag herum, wenn die 50-Wortgrenze erreicht oder überschritten ist, setzt der nächste wichtige Meilenstein ein: der Wortschatzspurt. In dieser Phase erwirbt das Kind etwa sechs bis acht Wörter pro Tag! Gleichzeitig beginnt es Wörter zu kombinieren (da Mama, Nane haben). Es wächst somit nicht nur der Wortschatz (Lexikon) an, sondern es entstehen auch erste Äußerungen mit einer grammatischen Funktion (Nane haben: ich möchte die Banane haben). Damit der Wortschatz strukturiert wächst, nutzt das Kind unbewusst „Oberbegriffe“ und ordnet diesen neue Wörter zu (alles was vier Beine hat ist ein Hund). Dabei kann es zunächst zu Fehlinterpretationen kommen, aber durch das Erkennen von Merkmalen verfeinert sich das Lexikon zunehmend.

Langsam verknüpft das Kleinkind nun die Artikel „der, die, das“ mit den Hauptwörtern (Nomen), welche für die weitere grammatische Entwicklung, insbesondere in der deutschen Sprache, wichtig sind. Aus der Zweiwortphase entwickelt sich die Dreiwortphase. Hier tritt das Tätigkeitwort (Verb) am Satzende auf (z.B. Jule Nane haben).

Der nächste wichtige Meilenstein der Sprachentwicklung ist der Erwerb der sogenannten Verbzeitstellung: aus „Lisa Bild malen“ wird „Lisa malt ein Bild“. Dieser Schritt ist in der Regel zwischen dem 30. bis 36. Monat vollzogen. Nun nehmen die Äußerungslänge und die Äußerungskomplexität zu. Die Verbzweitstellung im Deutschen ist mit dem Erwerb von Haupt- und Nebensatzstrukturen (Das Glas ist kaputt, weil es runtergefallen ist) abgeschlossen. Diese Entwicklung endet meist mit dem 4. Geburtstag.

Bezogen auf die Aussprache von Kindern ist eine bestimmte Entwicklung zu beobachten: Erwirbt das Kind zunächst Laute der vorderen Artikulationszone (m,b,p) stehen am Ende der Lautentwicklung Fließlaute (sch, ch, s). Eine besondere Herausforderung ist der Erwerb der verschiedenen Konsonatenverbindungen (br, pr, bl, pl), von denen es in der deutschen Sprache viele und auch komplexere gibt (z.B. spr, str). In der unauffälligen Sprachentwicklung ist der Lauterwerb mit dem  4. Lebensjahr abgeschlossen.

Im 5. Lebensjahr entwickeln sich weitere phonologische Fähigkeiten, wie das Erkennen von Silben, Reimen oder sogar Lauten (Phonologische Bewusstheit). Diese sind wichtige Vorläuferfähigkeiten für den Schriftspracherwerb. In dieser Phase beginnt das Kind sich auch für Schriftzeichen zu interessieren und beginnt zu „schreiben“.

Zur gleichen Zeit entwickelt sich auch die sogenannte Textgrammatik: Erzählt das Kind im 4. Lebensjahr Geschichten noch häufig mit „und dann… und dann…“ nutzt es in seiner späteren Entwicklung andere Wörter, um über die Satzgrenze hinaus einen Zusammenhang herzustellen (Gestern waren wir im Zoo, weil Leon Geburtstag hatte. Da haben wir viele Tiere gesehen. Manche waren niedlich, aber die Löwen waren gefährlich. Sie haben laut gebrüllt. Das hat mir Angst gemacht…).

*Literatur???:

Diagnostik und Therapiebereiche

Aus diesem Abriss der kindlichen Sprachentwicklung lassen sich grob drei große Therapiebereiche zusammenfassen:

Wortschatz (Lexikon)

Grammatik

Aussprache (Phonologie)

Entscheidend für eine geeignete Therapiewahl ist eine ausführliche und gründliche Diagnostik, damit jedes Kind den richtigen Therapieeinstieg und eine geeignete Therapiemethode erhält. In Anbetracht der Komplexität der Sprachentwicklung müssen deshalb verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung stehen.

In der Praxis für Logopädie Friedrich Bergen nutzen wir folgende Diagnostikverfahren:

  • PDSS (Patholinguistische Diagnostik bei Sprachentwicklungsstörungen, Siegmüller & Kauschke)

  • TSVK (Test zum Satzverstehen von Kindern, Siegmüller et.al.)

  • Psycholinguistische Analyse Kinder Sprechstörungen (PLAKSS, Fox)

  • Aktiver Wortschatztest für Kinder-revidiert (AWST-R)

  • Wortschatz- und Wortfindungstest (WWT, Glück)

  • QUIL-D (Queensland Inventory of Literacy-Deutsch, Schnitzler)

  • Test zur Erfassung der phonologischen Bewusstheit und Benennungsgeschwindigkeit (TEPHOBE, Meyer)

Aus dem Ergebnis des Diagnostikprozesses wird dann der zu behandelnde Therapieschwerpunkt abgeleitet.

Für die Therapie der verschiedenen Bereiche existieren diverse logopädische Behandlungskonzepte, leider sind nicht alle Verfahren evidenzbasiert. 

Deshalb bietet die Praxis für Logopädie Friedrich Bergen u.a. folgende Methoden an:

  • Um den frühkindlichen Wortschatz zu erweitern und den Wortschatzspurt auszulösen, bietet sich das Behandlungskonzept nach Siegmüller (LST-LTS) als wirksame Methode für Kinder ab ca. 24 Monaten an.

  • Stagniert das Kind in seiner grammatischen Entwicklung eignet sich die DYSTEL-Therapie (Siegmüller), um dem Kind zu einer vollständigen Verbzweitstellung zu verhelfen (z.B. ab dem 3. Lebensjahr).

  • Aussprachestörungen können entweder klassisch mit der Artikulationstherapie oder für phonologische Störungen mittels POPT (Fox) behandelt werden (für Kinder ab ca. 3-6 Jahren).

  • Für die Verbesserung der phonologischen Bewusstheit hat Schnitzler ein geeignetes Verfahren entwickelt (günstig im Vorschulalter oder in den ersten Schuljahren).

Ein gänzlich anderer Bereich, in der logopädische Therapie durchgeführt wird, ist das sogenannte Zungenpressmuster (viszerales Schlucken). Hierdurch wird häufig eine Zahnfehlstellung (z.B. offener Biss) begünstigt und meist wird es von einer Aussprachstörung in Form eines Lispelns begleitet.

Darüber hinaus existieren weitere kindliche Störungsbilder wie Stottern, Redeflussstörungen und kindliche Stimmstörungen, die im Einzelfall abgeklärt werden müssen und möglicherweise einer Therapie bedürfen.

Vor dem Besuch der Logopädie Friedrich Bergen:

Eine Heilmittelverordnung ist unverzichtbar, damit wir für Sie tätig werden dürfen. Für die logopädische Therapie stellt diese meist der Kinderarzt oder der HNO-Facharzt bzw. Phoniater aus. Jedoch kann auch der Hausarzt solch eine Verordnung ausstellen.